Laichzeit – Fluch oder Segen

Ich wohne im schönen Brandenburg und wir haben es mittlerweile Mitte Juni, hier sind die Fische momentan voll im Laichmodus. Für uns Angler immer wieder eine Herausforderung, die Bedingungen richtig einzuschätzen und darauf entscheidend zu reagieren. Oftmals sind es nur wenige Tage, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Zu kaum einer anderen Jahreszeit befinden sich die Fische so dicht zusammengepfercht in einem Gewässerteil.

Oft ziehen die Fische schon einige Zeit vorher in die Nähe der Laichplätze und versammeln sich dort. Die Chance jetzt noch eine richtige Mutti mit Top-Gewicht zu erwischen ist jetzt am größten. Wer jetzt ein gutes Gefühl für Timing und Taktik beweist und die Laichplätze der Fische kennt,kann mit mega Sessions rechnen. Wiederum stellte ich schon öfter fest, das die Fische nach dem Laichen auch schnell wieder aus diesem Seeteil verschwinden und sich komplett im Gewässer verteilen und selten die Laichplätze wieder aufsuchen.

Ich habe die Erfahrung gemacht das große Teile des Sees zur Laichzeit völlig unlukrativ sind und deshalb meiner Meinung nach komplett ausser Acht zu lassen sind. “Stimmt, es laichen nie alle Fische zur gleiche Zeit” wie man es so schön sagt. Aber macht es jetzt Sinn sich an eine andere Stelle des Sees zu setzen,obwohl man genau weiß wo sich die Fische aufhalten?! Wer jetzt stupide auf seine altbewährten Futterplätze setzt, ohne sich mit dem Gewässer zu beschäftigen wird in den meisten Fällen leer ausgehen. Meiner Meinung nach ist jetzt ist die Zeit, wo man sich bewaffnet mit der Polbrille oder dem Aquascop auf die Suche machen sollte, die Fische zu lokalisieren.Zu keiner anderen Jahreszeit ist es so einfach die Fische ausfindig zu machen, wie zur Laichzeit. Dadurch das jetzt die tiefen Bereiche des Sees auszuschließen sind, kann man sich Ufernah mit dem Boot treiben lassen und die Seerosenfelder oder Krautbänke genau beobachten und die richtigen Schlussfolgerungen für sich daraus ziehen.

Jetzt aber zur Realität!!
Dieses Jahr habe ich mir angeltechnisch viel vorgenommen. Mit einem festen Ziel im Kopf und schon gefühlt  auf der Siegerstraße freute ich mich auf das kommende Angeljahr. ”2020 wird dein Angeljahr” tönte es in meinem Kopf. Ich nahm mir viel Zeit um Location zu betreiben und die Standorte der Fische ausfindig zu machen. Aber falsch gedacht, Corona und Co stellte mich vor vielen Fragen und ließen es kaum zu, meine Pläne in die Tat umzusetzen. Der” Flow” wie ich es beschreiben würde, sprang einfach nicht über in meine Angelei. Das Timing passte nicht, meist engstirnig ging ich nicht auf mein Hausgewässer ein und ging oftmals leer aus.

Neuer Impuls
Die Laichzeit kam jetzt immer näher und es ergab sich eine Session bei meinen Kumpel. Da der See in der ,,Szene,, recht bekannt ist für seinen guten Karpfenbestand, war natürlich auch diesmal wieder fast überall besetzt. Jeder kennt es, man ist mit seinen Kumpel fest an diesen Gewässer verabredet und es blieb uns nicht viel Spielraum für strategische Rutenverteilung. Die Fische haben sich genau während meines Aufenthalts in den Laichmodus begeben und die Mäuler waren wie zugenäht.Wer soll es ihnen auch verübeln bei 27 Grad und strahlendem Sonnenschein und fast keinen Wind. Die Wassertemperaturen sind auf 18 Grad bei einem Meter Wassertiefe angestiegen. Meiner Erfahrung nach macht es jetzt wenig Sinn noch in den tieferen Seeteil zu angeln und so habe ich genau wie oben beschrieben mich auf den Weg gemacht die Fische irgendwo zu sichten. In 80 cm flachen Wasser habe ich einige Fische in einem Seerosenfeld entdeckt und rasch eine Rute mit einen 15 mm großen Fluro pinken Pop Up am Multirig gebunden dort angeboten. Nach nicht einmal 30 min lief meine Rute ab. Endlich, die taktische Umstellung auf einen kleinen Pop Up im Flachwasser, genau zwischen den Seerosen ging voll auf.

Es fiel mir ein Stein vom Herzen und ich bin wieder voll motiviert für kommende Aufgaben. Es zeigt sich immer wieder aktiv die Fische zu suchen ist meist die richtige und schnellste Methode um an die Karpfen zu kommen. Ich hoffe dieser kleine Einblick regt euch zum nachdenken an. Die Bedingungen im Blick zu haben und darauf zu reagieren wird in den meisten Fällen belohnt. Bis zum nächsten Mall.

Euer Rene Körter.

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