Flexibel durch´s Frühjahr

Jaja der April, der macht was er will, so war das doch oder?!
Ein klassischer Satz aus dem Volksmund!
Zumindest bei mir ging es turbulent daher, aber fangen wir doch mal ganz von vorne an.

Wie für viele andere auch, ist der April bzw. das Frühjahr für mich eine der schönsten Zeiten um am Wasser zu sein. Alles erwacht so langsam wieder zum Leben, die Bäume bekommen ein sattes Grün, man hört die ersten Frösche qwarken und auf der Wasseroberfläche ist mittlerweile auch einiges los.

Polbrille auf!
Doch nicht nur über dem Wasser erwacht alles wieder zum Leben, auch Unterwasser wird es nach den ersten warmen Tagen und Nächten so langsam wieder turbulenter.
Die Fische zeigen sich an der Oberfläche beim Sonne tanken und man kann sie aktiv ihre Bahnen ziehen sehen.
Jetzt heißt es natürlich ab ans Wasser und selbst aktiv werden!
In dieser Zeit versuche ich so oft wie möglich raus zu kommen, ob mit oder ohne Rute, das spielt keine Rolle. So kann ich die Fische schnell lokalisieren und ausmachen in welchem Seeteil sie sich aufhalten, und meine Taktik immer auf die jeweilige Situation anpassen.

Natürlich gibt es in jedem See gewisse Hotspots für die Frühjahrsangelei.
Diese Bereiche suchen die Fische im Frühjahr immer wieder auf. Dazu gehören meiner Meinung nach die Flachwasserzonen, wo sich das Wasser in der kräftigen Frühjahrssonne schnell erwärmt und die Fische zum fressen animiert.
Also Polbrille auf, Fische suchen, Fische finden.

Der Neue!
Ende März und Anfang April war ich einige Nächte aktiv am angeln.
Die Tage davor mit der Polbrille bewaffnet um den See gestiefelt, war für mich schnell klar wo die Reise hin führt.
Ein Uferbereich der eine enorm große Flachwasserbucht aufweist und im weiteren Verlauf langsam auf 5 Meter abfällt sah sehr vielversprechend aus.
Nachdem sich dort dann auch einige Fische gezeigt haben, beschloss ich eine kleine Futterkampagne zu starten. In den drei Tagen bevor es zum Angeln gehen sollte verteilte Ich also großflächig ca 4-5 Kilo der neuen GLM-T Boilies in 15mm in der gesamten Bucht.
Ich wollte die Fische so „bei Laune halten“, und sie sollten aktiv in dem gesamten Areal nach Futter suchen.
Es schien zu funktionieren, in den Tagen bevor es zum Angeln ging konnte ich immer wieder Fische dort rollen sehen.

In der Erfolgsspur
Als es dann endlich raus ging platzierte ich eine Rute am Ufer auf Sicht und eine direkt vorne an der steil abfallenden Kante, vor dem alten Krautfeld.
Ich füttere wesentlich weniger und auch zentrierter als die Tage zuvor, um die Fische gezielt an meine Spods und den Hakenköder zu bekommen.
Der Plan war gut, und der erste Lauf kam nicht mal drei Stunden nach dem die Rute lag, damit hatte ich echt nicht gerechnet.
Auch die nächsten Tage sollte der Kescher nicht trocken bleiben und ich konnte zwei weitere schöne Fische auf die Matte legen. Voller Elan und motiviert von diesem Erfolgserlebnis ließ ich Zuhause die Tage am Wasser aber nochmal Revue passieren, und dabei ist mir etwas aufgefallen…

Aktiv sein lohnt sich!
Die nächste Zeit am Wasser gestaltet sich dann etwas anders!
Nachdem mir aufgefallen war das die Fische ausschließlich tagsüber meine Spods aufgesucht haben, sollten nun Tagesansitze der Schlüssel zum Erfolg sein.
Der Spod wurde natürlich wie zuvor auch weiter unter Futter gehalten. Warum auch nicht wenn es läuft?! (Never Change a running System)
Inzwischen konnte ich bei den steigenden Temperaturen etliche Fische beim fressen beobachten und wollte mir das natürlich auch zu nutze machen!
Wie zuvor schon bemerkt, konnte ich alle Fische zwischen 6 Uhr morgens und 14 Uhr am Mittag ans Band bekommen. Ich passe also in der nächsten Zeit die sehr frühen Morgenstunden ab, um am Wasser die für mich erkenntliche ,,heiße Phase’’ auszunutzen und aktiv zu sein.
Das Auto am Vorabend schon gepackt, stelle ich mir nun den Wecker immer um 4 Uhr morgens, was für mich Frühaufsteher kein Problem darstellen sollte.

Perfekt…
Als ich dann beim nächsten Ansitz die ersten paar Stunden ohne Erfolg auf dem Futterplatz verbracht habe entschloss ich mich meine Taktik für die letzten verbleibenden Stunden des Tages etwas zu ändern. Also Rute rein, Fruitplexsnowman auf´s Haar, und den hell pinken Köder auf Sicht zwischen eine überstehende Weide und Todholz geworfen. Wo ich im Vorfeld schon einige Fische beim fressen beobachtet habe

Die Rute lag keine 2 Stunden und der kleine 15mm snowman machte perfekt seine Arbeit. Dann, aus dem nichts, Vollrun….!
Zum Glück nicht ins Holz war mein erster Gedanke….
Der Fisch zog mit richtig Dampf in das freie Wasser, was den Drill dann etwas angenehmer machte.
Ohne große Kopfschläge und hektische Fluchten stand er während des gesamten Drills press auf dem Grund. Das muss einer der besseren sein dachte ich mir sofort!
Zwanzig Minuten und etliche Fluchten  später konnte ich dieses Powerpaket dann endlich über den Kescherrand ziehen und zum Vorschein kam ein richtig bulliger Schuppenkarpfen knapp unter der 20 Kilo Marke. Ein fast makelloser und mit seiner goldenen Färbung richtiges Unikat des kleinen Sees.

Zufrieden und glücklich während des Angelns die Taktik nochmal gewechselt zu haben, packte ich meine sieben Sachen und trat den Heimweg an.

Also haltet immer die Augen offen am Wasser und setzt euch selbst Zeitlimits, Taktiken auf bestehenden Plätzen immer mal wieder zu verändern. Oftmals können es diese kleinen Dinge sein, die euch zukünftig zum verspäteten Erfolg bringen.

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in den Sommer.

Bis dahin euer Tristan

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